Kaufland.de hat nach Kauflands eigenen Angaben bis zu 32 Millionen Besucher im Monat und 13.000 Händler. Wer dort verkaufen will, braucht kein eigenes Shopsystem, aber ein Gewerbe, eine gültige USt-IdNr. und etwas Zeit für das Onboarding. Jede Kaufland-Regel hat eine Quelle; die Quellen stehen unten, gelesen am 30. September 2026.
Was Sie vor der Registrierung klären
Kaufland fragt bei der Anmeldung, ob Sie als natürliche Person, Personengesellschaft oder juristische Person handeln. Hochladen müssen Sie laut Seller University:
- Ihren Personalausweis;
- Ihre Gewerbean- oder -ummeldung;
- einen Handelsregisterauszug, nicht älter als vier Wochen, sofern Sie eingetragen sind.
Jede Datei darf höchstens 4 MB groß sein.
Dazu kommen die Steuerdaten. Kaufland schreibt: „Die Angabe der gültigen USt-IdNr. Ihres Unternehmenssitzes ist obligatorisch.“ Die Nummer wird über VIES und in einer qualifizierten Abfrage beim Bundeszentralamt für Steuern geprüft. Dabei müssen Firmenname und Anschrift im Impressum exakt mit Ihrer steuerlichen Registrierung übereinstimmen. Achten Sie deshalb auf jede Kleinigkeit, etwa die Rechtsform im Firmennamen.
Und als Kleinunternehmer?
Auf den Seiten von Kaufland steht dazu nichts Ausdrückliches. Fest steht nur die Pflicht zur gültigen USt-IdNr. Kleinunternehmer ist seit 2025, wessen Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet (§ 19 UStG). Die USt-IdNr. vergibt das BZSt an Unternehmer im Sinne von § 2 UStG, also auch an Kleinunternehmer, sobald das Finanzamt Sie umsatzsteuerlich erfasst hat. Beantragen können Sie sie online; die Nummer kommt ausschließlich per Post. Wie sich die Kleinunternehmerregelung mit Verkäufen in andere EU-Länder verträgt, klären Sie mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie weitere Marktplätze öffnen.
Registrierung und Freischaltung
Die Anmeldung beginnt auf kaufland.com/join. Kaufland nennt eine Freischaltung innerhalb von drei Werktagen. Danach wählen Sie einen primären Vertriebskanal, für die meisten deutschen Händler Kaufland.de. Weitere Kanäle fügen Sie laut Kaufland jederzeit kostenfrei hinzu.
Das Onboarding hat acht Schritte:
- Versandgruppen;
- Angebote;
- Steuerinformationen;
- Rechtstexte (Impressum, Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung);
- Unternehmensangaben und EPR;
- Retourenadresse;
- Warenlager;
- Live gehen.
Veröffentlichen Sie den Kanal nicht selbst, gehen Ihre Angebote spätestens 24 Stunden nach Abschluss des Onboardings automatisch live.
EPR für Kaufland.de
Für Deutschland verlangt Kaufland im Onboarding „WEEE-Nummer, Batterie-Nummer, LUCID-Nummer sowie den Nachweis zur Teilnahme an einem Dualen System“, jeweils soweit Ihre Produkte darunterfallen. Wer schon einen eigenen Shop betreibt, hat diese Registrierungen meist. Wer neu startet, erledigt die LUCID-Registrierung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister und den Vertrag mit einem dualen System vor dem ersten Verkauf.
Welche Nachweise zu Ihrer Rechtsform passen und welche EPR-Nummern jedes Land verlangt, steht in Kaufland-Registrierung als Händler: diese Unterlagen brauchen Sie.
Was Kaufland kostet
- Grundgebühr: Basic 39,95 € oder Plus 59,95 € im Monat, zzgl. USt. Eine Grundgebühr gilt für alle Kaufland-Marktplätze. Nur Plus enthält 30 € Guthaben im Monat für Sponsored Product Ads, das am Monatsende verfällt.
- Provision: je Kategorie, für Kaufland.de zwischen 7 % und 16 %. Berechnet auf den Brutto-Verkaufspreis inklusive Versandkosten.
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Die Provision versteht sich zuzüglich Umsatzsteuer; keine Umsatzsteuer darauf zahlt laut Kaufland nur, wer aus dem Ausland versendet. Als Händler in Deutschland zahlen Sie also 19 % auf die Provision, die Sie sich als regelbesteuerter Händler als Vorsteuer zurückholen. Die ganze Rechnung mit Beispiel steht im Artikel zu den Gebühren; die Sätze je Kategorie finden Sie unter Kaufland-Gebühren 2026.
Produkte anlegen
Für jedes neue Produkt verlangt Kaufland die EAN. Produktdaten legen Sie in der Sprache des Marktplatzes an, für Kaufland.de also auf Deutsch. Gibt es das Produkt schon im Katalog, hängen Sie Ihr Angebot an. Ob eine EAN formal gültig ist, zeigt vorab der EAN-Prüfer.
Preise und Buy Box
Bieten mehrere Händler dasselbe Produkt an, sieht der Kunde zuerst ein Angebot: die Buy Box. Bei gleichem Mindestpreis entscheidet laut Kaufland die Lieferzeit. Mit Smart Pricing passt Kaufland Ihren Preis automatisch an, sobald Sie einen Mindestpreis („Ihr Tiefstpreis“) hinterlegen. Diese Untergrenze sollte aus Ihren Kosten kommen, nicht aus dem Bauch. Einen Richtwert für ein Produkt liefert der Buy-Box-Preisrechner.
Versand und Versandmarkierung
Jede verschickte Bestellung melden Sie im Seller Portal oder per API als versendet, am besten mit Sendungsnummer. Ohne Versandmarkierung gibt Kaufland die Verkaufserlöse nicht frei. Zwei Regeln aus der Seller University:
- Mindestens 80 % der im Vormonat versendeten Artikel brauchen eine gültige Sendungsnummer.
- Ist eine Bestellung 14 Tage nach dem spätesten Liefertermin nicht als versendet markiert und gibt es kein Ticket, kommt ein Hinweis. Ändert sich binnen sieben Tagen danach nichts, storniert Kaufland die Bestellung und das zählt als händlerbedingte Stornierung.
Die angezeigte Lieferzeit setzt sich aus Ihrer Bearbeitungszeit und der Transportzeit aus der Versandgruppe zusammen. Gezählt werden nur Werktage; Samstage und Feiertage zählen nicht mit.
Kennzahlen, auf die Kaufland schaut
| Kennzahl | Zielwert laut Kaufland |
|---|---|
| Händlerbedingte Stornoquote | unter 1 % im Monat |
| Ticket-Antwortzeit | 100 % innerhalb von 48 Stunden (werktags) |
| Bereinigte händlerbedingte Ticketrate | unter 1 % |
| Nachverfolgbare Sendungen | mindestens 80 % |
Die Stornoquote kostet direkt Geld: Zwischen 1 % und 2,99 % berechnet Kaufland 7 % des Gesamtpreises der stornierten Transaktionen, über 3 % sind es 15 %. Nachrechnen können Sie das mit dem Stornoquote-Rechner.
Retouren
Die Rückgabefrist steht standardmäßig auf 14 Tagen. Liegt der Kaufpreis über 40 €, tragen Sie die Rücksendekosten. Seit dem 1. Februar 2026 muss Ihre erste Antwort auf eine Rückgabeanfrage eine gültige Rückgabemöglichkeit enthalten; sonst storniert der Kundenservice und erstattet zu Ihren Lasten. Details stehen im Artikel zu Retouren, die Kosten einer einzelnen Rücksendung im Retourenkosten-Rechner.
Rechnungen und Geld
Die Rechnung an den Kunden schreiben Sie selbst, mit dem Steuersatz des Landes, in dem der Kunde sitzt: 19 % für Kunden in Deutschland, 20 % für Kunden in Österreich, sobald für Sie dort österreichische Umsatzsteuer gilt. Links zum eigenen Onlineshop sind auf der Rechnung nicht erlaubt.
Die Kundenzahlungen nimmt die cflox GmbH entgegen. Kaufland gibt die Erlöse 14 Tage nach der Zustellung frei, ohne Sendungsnummer 21 Tage nach der Versandmarkierung; ein offenes Ticket unterbricht die Frist. Freigegebenes Guthaben überweisen Sie selbst, jederzeit, über die Buchhaltung im Seller Portal. Welcher Tag das für eine Bestellung ist, zeigt der Auszahlungsrechner.
Später: Kaufland.at und die anderen Länder
Mit demselben Konto verkaufen Sie auf allen neun Kaufland-Marktplätzen. Kaufland.at ist für deutsche Händler der naheliegende zweite Kanal: gleiche Sprache, gleiche Währung. Was sich ändert, ist vor allem die Umsatzsteuer, sobald Sie die EU-Lieferschwelle von 10.000 € überschreiten. Mehr dazu auf der Seite zum Kaufland Global Marketplace.
Wo Sellgrip ansetzt
Sellgrip ist für Kaufland-Händler gebaut und für nichts anderes. Es verbindet sich über die Kaufland Seller API und zeigt Bestellungen, Retouren, Tickets und Auszahlungen in einer Übersicht, dazu den Gewinn pro Produkt nach allen Kaufland-Gebühren. Bis 100 Produkte in einem Kaufland-Land ist Sellgrip kostenlos; Pro deckt drei Länder ab, Business alle neun.

