Im ersten Monat auf Kaufland.de müssen Sie noch nicht viel verkaufen. Aber Sie legen fest, womit Sie danach monatelang arbeiten: Versandgruppen, Lieferzeiten, Retourenregeln, Preise und die Art, wie Sie Tickets beantworten. Was hier schief eingestellt ist, zeigt sich später in der Stornoquote oder in der Auszahlung.
Diese Checkliste geht die ersten 30 Tage Woche für Woche durch. Jede Kaufland-Regel stammt aus der Seller University oder den Konditionen, gelesen am 30. September 2026; die Quellen stehen unten.
Vor Tag 1: Registrierung und Freischaltung
Die Anmeldung beginnt auf kaufland.com/join. Sie wählen Ihr Abo-Paket, legen ein Pseudonym fest, unter dem Kunden Ihren Shop sehen, und geben an, ob Sie als natürliche Person, Personengesellschaft oder juristische Person handeln. Hochladen müssen Sie:
- Ihren Personalausweis,
- Ihre Gewerbean- oder -ummeldung,
- Ihren Handelsregisterauszug, nicht älter als vier Wochen, sofern Sie eingetragen sind.
Jede Datei darf höchstens 4 MB groß sein.
Die gültige USt-IdNr. Ihres Unternehmenssitzes ist Pflicht. Kaufland prüft sie über VIES und mit einer qualifizierten Abfrage beim Bundeszentralamt für Steuern. Firmenname und Anschrift im Impressum müssen dabei exakt zu Ihrer steuerlichen Registrierung passen. Verkaufen Sie CE-pflichtige Produkte, die außerhalb der EU hergestellt wurden, brauchen Sie außerdem einen Bevollmächtigten im Sinne der Marktüberwachungsverordnung.
Sind alle Angaben vollständig, schaltet Kaufland das Konto innerhalb von drei Werktagen frei. Danach wählen Sie Ihren primären Vertriebskanal, für die meisten deutschen Händler Kaufland.de. Weitere Kanäle fügen Sie später kostenfrei hinzu.
Neu auf Kaufland? Mit dem Code SELLGRIP26 zahlen Sie in den ersten drei Monaten keine Grundgebühr. Registrieren können Sie sich bis einschließlich 30. November 2026. So funktioniert’s
Woche 1: das Onboarding abschließen
Das Onboarding hat acht Schritte: Versandgruppen, Angebote, Steuerinformationen, Rechtstexte, Unternehmensangaben und EPR, Retourenadresse, Warenlager und Live gehen. Drei Punkte kosten erfahrungsgemäß die meiste Zeit:
- EPR für Kaufland.de. Kaufland verlangt WEEE-Nummer, Batterie-Nummer, LUCID-Nummer und den Nachweis zur Teilnahme an einem dualen System, jeweils soweit Ihre Produkte darunterfallen. Fehlt eine Registrierung, planen Sie Vorlauf ein.
- Rechtstexte. Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung müssen der Sprache und dem Recht des Vertriebskanals entsprechen und dürfen den Händler-AGB von Kaufland nicht widersprechen.
- Warenlager. Alle Lager, aus denen Sie versenden, gehören hinein. Lager außerhalb der EU müssen Sie in jedem Fall angeben, auch die von Dropshipping- und Fulfillment-Dienstleistern.
Achten Sie auf die Uhr: Klicken Sie nach dem Onboarding nicht selbst auf „Jetzt veröffentlichen“, gehen Ihre Angebote spätestens 24 Stunden nach Abschluss automatisch live. Preise und Bestände sollten also vorher stimmen.
Arbeiten mehrere Personen im Shop, legen Sie unter „Nutzer & Rechte“ eigene Zugänge mit passenden Rechten an, statt ein Passwort zu teilen.
Woche 1: Versand und Lieferzeit
Ohne Versandgruppe können Sie kein Angebot anlegen. Die Lieferzeit, die der Kunde sieht, ist Ihre Bearbeitungszeit aus dem Angebot plus die Transportzeit aus der Versandgruppe. Gezählt werden nur Werktage; der Samstag zählt nicht, Feiertage auch nicht.
- Versandgruppen anlegen unter Einstellungen › Versand-Einstellungen, mit ehrlichen Transportzeiten.
- „Zeit für taggleichen Versand“ setzen, wenn Bestellungen bis zu einer bestimmten Uhrzeit noch am selben Tag rausgehen.
- Lieber einen Tag mehr. Eine Lieferzeit, die Sie nicht halten, verschlechtert Ihre Liefer-Performance und führt zu Tickets wegen Lieferverzug.
Woche 1: Retouren einstellen
- Frist: standardmäßig 14 Tage, einstellbar in den Retouren-Einstellungen.
- Kosten: Laut Händler-AGB tragen Sie die Rücksendekosten bei einem Kaufpreis über 40,00 € (ohne Hinsendekosten).
- Abwicklung: Retourenlabel-Programm mit eigenem DHL-Vertrag, automatisierte DPD-Retouren, eine eigene Nachricht oder ein Ticket je Retoure. DHL und DPD setzen eine deutsche Retourenadresse voraus.
- Erste Antwort: Seit dem 1. Februar 2026 muss Ihre erste Antwort auf eine Rückgabeanfrage eine gültige Rückgabemöglichkeit enthalten. Legen Sie dafür gleich einen Textbaustein an.
Woche 2: Angebote und Preise
- Produktdaten prüfen. Die Reporte „Invalide Artikel“ und „Nicht gefundene EANs“ zeigen, welche Angebote Kunden nicht sehen. Eine falsche Prüfziffer fängt der EAN-Prüfer vorher ab.
- Break-even je Produkt kennen. Die Provision berechnet Kaufland auf den Brutto-Verkaufspreis inklusive Versandkosten, je nach Kategorie 7 % bis 16 %. Ein einzelnes Produkt rechnet der Gewinnrechner durch.
- Smart Pricing bewusst einschalten. Sobald Sie einen Tiefstpreis eintragen, ist Smart Pricing aktiv. Setzen Sie ihn erst, wenn Sie Ihren Break-even kennen.
Woche 2 und 3: die ersten Bestellungen
- Mit Sendungsnummer als versendet markieren. Ohne Versandmarkierung gibt Kaufland die Erlöse nicht frei. Mindestens 80 % Ihrer Bestelleinheiten sollen mit gültiger Sendungsnummer versendet werden.
- Tickets binnen 48 Stunden. Kaufland erwartet, dass Sie 100 % der zu bearbeitenden Tickets innerhalb von 48 Stunden (werktags) beantworten.
- Nicht stornieren. Die händlerbedingte Stornoquote soll unter 1 % im Monat bleiben. Zwischen 1 % und 2,99 % berechnet Kaufland 7 % des Gesamtpreises der stornierten Transaktionen, über 3 % sind es 15 %. Nachrechnen können Sie das mit dem Stornoquote-Rechner.
- Rechnung hochladen. Die Rechnung an den Kunden schreiben Sie selbst und laden sie in den Bestelldetails hoch. Kaufland empfiehlt den Hinweis, dass die Zahlung an die cflox GmbH geht und nicht auf Ihr Konto.
In Sellgrip sehen Sie unter Bestellungen, was heute noch rausmuss, und die Kontokennzahlen rechnen Stornoquote, Ticketquote und verspätete Sendungen laufend über die letzten 30 Tage, statt erst nach Monatsende.
Woche 4: Geld und erste Zahlen
- Bankverbindung je Vertriebskanal unter Einstellungen › Shop-Einstellungen › Zahlungsdaten.
- Freigabe: 14 Tage nach der Zustellung (mit Sendungsnummer) oder 21 Tage nach der Versandmarkierung (ohne Sendungsnummer). Ein offenes Ticket unterbricht die Frist.
- Auszahlung: Freigegebenes Guthaben überweisen Sie selbst, jederzeit, über die Buchhaltung im Seller Portal.
- Erste Abrechnung: Die Monatsabrechnung für den Vormonat steht am 1. jedes Monats bereit. Die Grundgebühr wird nach Ablauf des Monats abgebucht und erscheint in der Rechnung des übernächsten Monats: die für September am 1. Oktober abgebucht, ausgewiesen in der Rechnung vom 1. November.
Was Sie nach 30 Tagen wissen sollten
Nach einem Monat haben Sie genug Daten für drei Fragen: Welche Produkte verdienen nach allen Kosten Geld? Halten Ihre Lieferzeiten, was sie versprechen? Und wie weit ist Ihre Stornoquote von 1 % entfernt? Stellen Sie sich diese Fragen an Tag 30, 60 und 90 und schreiben Sie die Antworten auf. Für die erste Frage zeigt Sellgrip den Gewinn pro Produkt nach Provision, Versand und Wareneinsatz.

