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Ratgeber Verkaufen und wachsen

Kaufland Smart Pricing: Mindestpreis richtig einstellen

Vier leere Preisschilder hängen an Schnüren vor einer hellen Wand.

Smart Pricing ist der Preisautomat von Kaufland. Sie geben eine Untergrenze vor, Kaufland passt Ihren Preis innerhalb dieser Grenze an. Einen eigenen Schalter gibt es nicht: Sobald Sie bei einem Angebot einen Mindestpreis eintragen, ist Smart Pricing aktiv. Deshalb entscheidet diese eine Zahl mehr über Ihre Marge, als man ihr ansieht. Alle Regeln unten stammen aus der Seller University, gelesen am 30. September 2026.

Standard und Plus im Vergleich

Smart Pricing Standard Smart Pricing Plus
Grundlage Die Gebote der Händler für dieselbe Buy Box Der Preis des Buy-Box-Gewinners und der günstigste online verfügbare Preis inklusive Versand
Untergrenze Ihr Mindestpreis Ihr Mindestpreis; der gefundene Vergleichspreis wird angeglichen, nicht unterboten
Voreinstellung für bisherige Nutzer der Tiefstpreisautomatik für neue Nutzer

Standard hieß früher „Tiefstpreisautomatik“. Kaufland beschreibt das Modell als Vickrey-Auktion: „der Höchstbietende gewinnt die BuyBox, zahlt jedoch nur den zweithöchsten Gebotsbetrag“. Sind die Mindestpreise gleich, entscheidet die Lieferzeit.

Plus schaut auch auf Preise außerhalb von Kaufland. Fehlen für eine EAN noch Preisdaten, kann es laut Kaufland etwa zwei Tage dauern, bis Plus greift.

Wo Sie was einstellen

  • Mindestpreis je Angebot: im Seller Portal im Feld „Ihr Tiefstpreis“, per API im Attribut „minimum_price“ oder per CSV/XML in der gleichnamigen Spalte.
  • Modell (Standard oder Plus): Angebotsmanagement › Preisregeln › Smart Pricing. Das Modell gilt für alle Ihre Vertriebskanäle.
  • Ausschalten: den Tiefstpreis entfernen. Für das ganze Konto heißt das: bei allen Angeboten.

Beide Modelle lassen sich später wechseln.

Preisanpassungen: Regeln für viele Angebote

Unter Angebotsmanagement › Preisregeln › Preisanpassungen gibt es drei Vorlagen:

  1. Angebotspreis anpassen;
  2. Mindestpreis hinzufügen;
  3. Mindestpreis ändern.

Kaufland wendet sie in dieser Reihenfolge an. Bis eine neue Regel wirkt, können bis zu 30 Minuten vergehen. Zwei Dinge sollten Sie wissen: Die Regeln greifen unabhängig davon, ob Sie Angebote per API, Datei oder im Portal pflegen, und eine Regel „Mindestpreis hinzufügen“ überschreibt Mindestpreise, die Sie per API, Datei oder von Hand gesetzt haben. Wer seine Mindestpreise per Schnittstelle aus der Warenwirtschaft setzt, sollte also nicht gleichzeitig eine Regel für dieselben Angebote laufen lassen.

Eine Regel wie „Mindestpreis = 90 % des Preises“ ist schnell angelegt, kennt aber Ihren Einkaufspreis nicht. Bei einem Produkt liegt sie weit über dem Break-even, beim nächsten darunter.

Den Break-even ausrechnen

Der Mindestpreis sollte nie unter dem Break-even liegen, also dem Preis, bei dem nach allen Kosten nichts übrig bleibt. Auf Kaufland.de fließen ein:

  • Einkaufspreis (netto);
  • Versand und Verpackung (netto);
  • Provision: ein Prozentsatz vom Bruttopreis inklusive Versandkosten, je nach Kategorie 7 % bis 16 % (Kaufland-Gebühren);
  • die Umsatzsteuer im Verkaufspreis, 19 % für Kunden in Deutschland;
  • bei Medien 0,70 € fest je Artikel.

Als Formel, für einen Bruttopreis ohne separat berechneten Versand:

Break-even = Kosten je Stück (netto, inklusive fester Gebühren) ÷ (1 ÷ (1 + USt-Satz) − Provisionssatz)

Beispiel: ein Artikel aus Möbel & Wohnen

Einkauf 12,00 €, Versand und Verpackung 5,00 €, Provision 13 %, Kunde in Deutschland, versandkostenfrei angeboten.

  • Break-even: 17,00 € ÷ (1 ÷ 1,19 − 0,13) = 17,00 € ÷ 0,7103 = rund 23,93 €.
  • Bei 24,99 €: netto 21,00 €, Provision 3,25 €, es bleiben 0,75 €.
  • Bei 29,99 €: netto 25,20 €, Provision 3,90 €, es bleiben 4,30 €.

Mit einem kleinen Puffer landen Sie bei einem Mindestpreis um 24,99 €. Verkaufen Sie denselben Artikel nach Österreich und fällt dort 20 % Umsatzsteuer an, liegt der Break-even bei rund 24,17 €. Ein Mindestpreis, der für Deutschland gerade so reicht, kann in Österreich schon Verlust bringen.

Für ein einzelnes Produkt rechnet der Buy-Box-Preisrechner die Untergrenze direkt aus, der Gewinnrechner zeigt alle Posten. Den Provisionssatz Ihrer Kategorie finden Sie unter Provision nach Kategorie.

Typische Fehler

  • Den aktuellen Preis als Mindestpreis eintragen. Dann ist Smart Pricing an, hat aber keinen Spielraum.
  • Versand vergessen. Kaufland berechnet Provision auch auf Versandkosten, die der Kunde zahlt, und Ihr Versandetikett kostet zusätzlich.
  • Brutto und netto mischen. Der Mindestpreis ist ein Bruttopreis; Einkauf und Versand rechnen Sie als regelbesteuerter Händler netto.
  • Annehmen, Plus schaue nur auf Kaufland. Plus bezieht Preise außerhalb von Kaufland ein. Die Grenze bleibt Ihr Mindestpreis, deshalb muss er stimmen.

Je Artikel oder je Gruppe?

Je Artikel ist genauer, weil Einkauf und Versand von Produkt zu Produkt schwanken. Eine Regel für eine ganze Kategorie ist schneller, aber nur sicher, wenn die Margen dort nah beieinanderliegen. Ein Mittelweg: Setzen Sie per Preisanpassung einen großzügigen Mindestpreis je Kategorie und schärfen Sie danach die zwanzig Artikel mit dem meisten Umsatz einzeln nach.

Schauen Sie nach einer Woche, welche Preise Smart Pricing gesetzt hat. Stehen viele Artikel genau auf Ihrem Mindestpreis, ist der Wettbewerb eng. Dann lohnt ein Blick auf Einkauf und Versand, nicht auf einen noch tieferen Mindestpreis.

Wie Sellgrip dabei hilft

Sellgrip rechnet den Break-even für jedes Angebot aus Ihren Kosten. Mit der Funktion Mindestpreise senden Sie daraus den Tiefstpreis für Smart Pricing an Kaufland, nie unter dem Break-even und nur, wenn Sie klicken. Das geht in allen neun Kaufland-Ländern, in Tschechien und Polen in Kronen und Złoty; die Funktion ist im Tarif Business enthalten. Fehlen Einkaufspreis, Provision oder EAN, setzt Sellgrip keinen Mindestpreis und zeigt, was fehlt. Der Preiswächter meldet, wenn ein Preis unter Ihren Break-even fällt.

Häufige Fragen

Wie schalte ich Smart Pricing bei Kaufland ein?

Indem Sie beim Angebot einen Tiefstpreis eintragen, im Seller Portal oder über das Feld „minimum_price“ per API oder Datei. Das Modell wählen Sie unter Angebotsmanagement › Preisregeln › Smart Pricing.

Wie schalte ich Smart Pricing aus?

Entfernen Sie den Tiefstpreis. Ohne ihn passt Kaufland den Preis des Angebots nicht mehr automatisch an.

Geht Kaufland unter meinen Mindestpreis?

Nein. Laut Seller University unterschreitet Smart Pricing Ihre hinterlegten Preislimits nie. Prüfen Sie nach dem Einrichten trotzdem ein paar Angebote im Portal.

Wie lange dauert es, bis eine Preisregel wirkt?

Bis zu 30 Minuten bei Preisanpassungen. Smart Pricing Plus braucht etwa zwei Tage, wenn für die EAN noch keine Preisdaten vorliegen.

Quellen

Redaktion Sellgrip

Geschrieben vom Team hinter Sellgrip. Jede Kaufland-Regel mit Quelle und dem Datum, an dem wir sie geprüft haben.